Wird der Hypothekenzins den Beginn einer schrumpfenden Bilanz einläuten?
23.04.2022

Die Fed gab in ihrem jüngsten Protokoll bekannt, dass sie im Mai offiziell mit der Bilanzverkürzung beginnen werde, und prognostizierte, dass dies die größte Bilanzverkürzung aller Zeiten sein könnte. Nachdem die Federal Reserve den Zinserhöhungszyklus eingeleitet hatte, wurde auch der Plan zur Bilanzverkürzung auf die Tagesordnung gesetzt. Manche Kreditnehmer könnten sich angesichts der plötzlichen Bilanzverkürzung unwohl fühlen. Als COVID-19 im Jahr 2020 ausbrach, begann die Federal Reserve, große Mengen Anleihen vom Markt zu kaufen, um die Wirtschaft durch die Kapitalzufuhr in den Markt anzukurbeln. Dieser Prozess wird als QE-Politik (Quantitative Easing) bezeichnet. Das unmittelbarste Ergebnis der QE-Politik ist eine Senkung der Zinssätze und eine Erhöhung der Marktliquidität. Durch die QE-Politik ist es das ultimative Ziel der Fed, den Zinssatz durch die Bereitstellung von Bargeld auf dem Markt zu senken und so die Wirtschaft anzukurbeln. Der rasante Anstieg der Aktien- und Immobilienpreise sowie die niedrigeren Hypothekenzinsen der letzten zwei Jahre sind allesamt auf die QE-Politik zurückzuführen.
Die Bilanzverkürzung kann als eine umgekehrte Maßnahme der QE-Politik angesehen werden. Ihr unmittelbarer Zweck besteht darin, die Bilanzsumme auf beiden Seiten gleichzeitig zu reduzieren, um den Bargeldumlauf zu verringern, was wiederum den gegenteiligen Effekt der QE-Politik hat. Ein Nebeneffekt der QE-Politik ist oft Inflation, und da die Inflation derzeit „hoch“ ist, muss die Fed, nachdem sie mit der Zinserhöhung begonnen hat, die Bilanzverkürzung einleiten, um die Inflation „doppelt zu bremsen“.
In welcher Weise wird diese Runde Schrumpfende Bilanz durchgeführt werden?
Um den Umfang der Anleihekäufe zu reduzieren, gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: Erstens den direkten Verkauf von Anleihen und zweitens die automatische Rückzahlung von Vermögenswerten bei Fälligkeit (Rückzahlung), d. h. die Einstellung der Reinvestition bei Fälligkeit.
Mit allen drei Methoden können Sie die Bilanzsumme verkleinern, die Geldmenge im Umlauf verringern, um die Zinssätze zu erhöhen, und die Inflation kontrollieren.


Aus dem Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank geht hervor, dass sich die Entscheidungsträger zur Bekämpfung der galoppierenden Inflation „allgemein darauf geeinigt“ haben, die Vermögenswerte der Fed um bis zu 95 Milliarden Dollar pro Monat zu reduzieren.
Das Protokoll erwähnte auch „vorwiegend durch Reinvestition des Kapitals aus den Wertpapierbeständen von SOMA“. Das bedeutet, dass diese Schrumpfungsrunde eher passiv als aktiv erfolgen wird, wie oben erwähnt. Viele Ökonomen erwarten, dass die Fed ihre Bilanzsumme innerhalb von drei Jahren um etwa 3 Billionen Dollar reduzieren will. Das Protokoll enthielt jedoch keine Details zur schrittweisen Einführung der Obergrenze; dieses Detail wird voraussichtlich auf der Mai-Sitzung bekannt gegeben. Sollte die Fed ihre Bilanz wie geplant weiter reduzieren, wird sie die größte Bilanzsumme aller Zeiten sein.
Schrumpfen ing beschleunigt sich , die Auswirkungen können nicht intensiviert
Die letzte Runde der Bilanzkürzungen fand zwischen 2017 und 2019 statt. Es dauerte sehr lange, bis nach vier Zinserhöhungen im Jahr 2015 mit der Bilanzverkürzung begonnen wurde. Und es dauerte das ganze Jahr, bis die Fed ihren Höchstsatz von 50 Milliarden Dollar pro Monat erreichte.
Diese Kürzungsrunde könnte innerhalb von drei Monaten von null auf 95 Milliarden Dollar steigen. Die Märkte erwarten jährliche Kürzungen von über 1,1 Billionen Dollar. Das bedeutet, dass das Tempo des Rückgangs bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres voraussichtlich das Gesamttempo des gesamten Zyklus 2017–2019 übertreffen wird.
Im Vergleich zur vorherigen Runde hat die Federal Reserve ihre Bilanz schneller und intensiver reduziert und ein stärkeres Straffungssignal gesendet. Wird ein „aggressiver“ Plan zur Bilanzverkürzung den Anstieg der Renditen für Staatsanleihen beschleunigen?
Wie bereits erwähnt, wird diese Bilanzverkürzungsrunde „passiv“ in Form eines Stopps der Anleihen-Reinvestitionen erfolgen. Die „passive“ Bilanzverkürzung stellt jedoch keinen Verkaufsauftrag dar und treibt den langfristigen Zinssatz nicht direkt in die Höhe; die Auswirkungen auf den Zinssatz sind eher indirekt. Gemessen an der Marktreaktion haben die jüngsten Zinsanstiege, einschließlich der Zinsen für Staatsanleihen und Hypotheken, die Auswirkungen nachfolgender Zinserhöhungen und Bilanzverkürzungen bereits eingepreist und führen somit zu einem nahezu „adlerhaften“ Ergebnis.

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Veröffentlichungszeit: 23. April 2022


