Börsencrash! Japans Aktienmarkt erlebt historischen Einbruch: Was ist passiert?
Am 5. August erlebten die globalen Finanzmärkte ein schockierendes Ereignis: Der japanische Aktienmarkt erlebte den größten Tagesverlust seiner Geschichte. Der Nikkei-Index brach an einem Tag um 12,4 Prozent ein und verlor 4.451 Punkte – ein noch heftigerer Einbruch als am Schwarzen Montag 1987.

Innerhalb weniger Handelstage erreichte der kumulierte Rückgang 26%. Dieser plötzlicheCRADer Sturm erschütterte nicht nur Japan, sondern löste auch eine Kettenreaktion auf den globalen Märkten aus. Auch die Aktienmärkte Südkoreas und Taiwans brachen um 9 % ein, während die wichtigsten US-Indizes um rund 3 % fielen. Was genau verursachte diesen Finanzsturm?
Das zweischneidige Schwert des Yen-Carry-Trades
Um den jüngsten Einbruch des japanischen Aktienmarktes zu verstehen, muss man zunächst den Yen-Carry-Trade begreifen.
Aufgrund der extrem niedrigen Yen-Zinssätze liehen sich globale Investoren lange Zeit große Mengen Yen und tauschten sie in Währungen mit höheren Renditen um, um Zinsdifferenzen zu erzielen.
Dieses scheinbar risikolose Arbitragegeschäft birgt jedoch erhebliche Risiken. Ändert sich die Zinsdifferenz zwischen Yen und Dollar, kann dieses Arbitragemodell schnell zusammenbrechen. Im März dieses Jahres führte die Bank von Japan ihre erste Zinserhöhung seit 17 Jahren durch und beendete damit die Negativzinspolitik.
Am 31. Juli erhöhte Japan die Zinsen erneut, während sich gleichzeitig die Inflation in den USA abkühlte, was den Markt allgemein zu der Erwartung veranlasste, dass die FederalReservierendie Zinsen im September zu senken.

Diese Maßnahmen führten unmittelbar zu einer Verringerung der Zinsdifferenz zwischen Yen und Dollar und untergruben damit die Grundlage für Yen-Carry-Trades. Anleger begannen, große Mengen Yen auf dem Devisenmarkt zu kaufen, um ihre Yen-Kredite zurückzuzahlen. Dies führte dazu, dass der Yen gegenüber dem Dollar innerhalb eines Monats um 12 % stieg.
Der Buffett-Effekt
In diesem Finanzsturm trugen internationale Investoren, darunter Warren Buffett, zur Verschärfung der Situation bei. Während der Pandemie 2020 begann Buffett, in den japanischen Aktienmarkt zu investieren und kaufte eine Reihe dividendenstarker Aktien. Bis 2023 erhöhte Buffett seine Investitionen am japanischen Aktienmarkt weiter und löste damit einen weltweiten Anlegerrausch für japanische Aktien aus.
Im Jahr 2023 überstiegen die Nettokäufe ausländischer Investoren am japanischen Aktienmarkt 3 Billionen Yen, was den Nikkei 225 Index innerhalb eines Jahres um 28 % steigen ließ. Im März 2024 durchbrach der Index die 40.000-Punkte-Marke, was einem Anstieg von fast 80 % entspricht.

Obwohl sich die japanische Wirtschaft noch nicht vollständig erholt hat, erreichte der japanische Aktienmarkt neue historische Höchststände, was größtenteils auf die Unterstützung internationaler Investoren zurückzuführen war.
Als jedoch die Zinserhöhungen des Yen und die erwarteten Zinssenkungen in den USA zu einem historischen Zeitpunkt zusammentrafen, begannen diese internationalen Anleger, japanische Aktien massenhaft zu verkaufen, was eine Massenpanik am Markt auslöste. In dem rapide fallenden Markt mussten viele fremdfinanzierte Anlagen liquidiert werden, was zu weiteren Kursverlusten und einer Reihe von Kaskadeneffekten führte. So kam es zur historischen Katastrophe am japanischen Aktienmarkt.
Zukunftsaussichten
Nach dem Crash erklärte der stellvertretende Gouverneur der Bank von Japan, Shinichi Uchida, umgehend: „Wir werden die Zinsen unter instabilen Finanzmarktbedingungen nicht erhöhen.“ Diese Aussage verschaffte dem Markt zwar kurzfristig etwas Erleichterung, doch die langfristigen Erwartungen an Zinserhöhungen durch die Bank von Japan scheinen unumkehrbar.
Unterdessen zeigten die neuesten Daten des US-Arbeitsministeriums einen deutlichen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung – den stärksten Rückgang seit einem Jahr – und deuteten auf eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage hin. Diese Daten stehen in krassem Gegensatz zu denen der letzten Woche, die Diskussionen über eine mögliche Rezession in den USA ausgelöst hatten.

Auf dem Anleihenmarkt führte dies zu einem deutlichen Rückgang, gefolgt von einer Erholung auf Renditen über 4 %.
Langfristig verstärkt sich jedoch die Erwartung einer Zinssenkung durch die US-Notenbank. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte im September ist von 22 % vor einer Woche auf 56,5 % gestiegen. Über 70 % der Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung von insgesamt mehr als 100 Basispunkten in diesem Jahr bei über 78 % liegt.

Der Trend zu Zinssenkungen in den USA scheint unausweichlich und bestätigt beinahe das Ende des Booms am japanischen Aktienmarkt. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
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