Eine weitere Wendung! Das BIP-Wachstum übertrifft die Erwartungen. Ist eine Zinssenkung noch möglich?

Der annualisierte PCE-Kernpreisindex für das zweite Quartal lag bei 2,9 % und übertraf damit die erwarteten 2,7 %, war jedoch niedriger als der vorherige Wert von 3,7 %.

Nach der Veröffentlichung der Daten stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen kurzzeitig an, bevor sie wieder leicht zurückging. Die jüngste Rendite liegt immer noch bei etwa 4,2 %.

Treiber des BIP-Wachstums
Im Detail betrachtet waren die Hauptfaktoren für das BIP-Wachstum im zweiten Quartal die Konsumausgaben, die privaten LagerbeständeInvestitionund nicht-wohnungswirtschaftliche Anlageinvestitionen.

Unter privaten Lagerinvestitionen versteht man in der Regel den Bestand an Vermögenswerten, die Unternehmen zur Deckung ihres Produktions- und Verkaufsbedarfs halten, darunter Rohstoffe, unfertige Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse.
Unter nicht wohnwirtschaftlichen Anlageinvestitionen versteht man in der Regel Investitionen in Anlagevermögen für nicht wohnwirtschaftliche Zwecke, wie etwa Gewerbeimmobilien, Bürogebäude, Fabriken usw.
Der private Konsum hatte dabei den stärksten Einfluss auf das BIP und wuchs um 1,57 %, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den 0,98 % des Vorquartals darstellt.
Auch der Beitrag des privaten Lagerwachstums stieg deutlich an, von -0,42 % im ersten Quartal auf 0,82 %. Der Beitrag des Staates zum BIP erhöhte sich ebenfalls von 0,31 % auf 0,53 %.
Aktuelle Wirtschaftsdaten deuten darauf hin, dass die USA auf dem Weg zu einer „weichen Landung“ sind – stabiles Wirtschaftswachstum bei allmählich sinkender Inflation. Diese Erwartung beeinflusst positivDIESEMarktvertrauen.
Ist eine Zinssenkung noch wahrscheinlich?
Trotz des besser als erwarteten Wirtschaftswachstums hat sich die Erwartung einer Zinssenkung nicht geändert. Laut Daten der CME Group ist eine Zinssenkung im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % so gut wie sicher. Die Wahrscheinlichkeit für mindestens drei Zinssenkungen in diesem Jahr liegt ebenfalls bei fast 60 %.

Insbesondere die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am 30. Juli wird den Markt erheblich beeinflussen. Den neuesten Daten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bei ihrer Sitzung im Juli eine Zinssenkung ankündigt, bei 6,7 %.
Interessanterweise hat der frühere Präsident der New Yorker Fed, William Dudley, kürzlich seine zuvor restriktive Haltung geändert und angedeutet, dass die Fed bei ihrer Sitzung im Juli die Zinsen senken könnte.

Auch sein Nachfolger bei Goldman Sachs, Jan Hatzius, stellte in einem früheren Bericht die Frage: „Warum bis September warten?“ Solche öffentlichen Äußerungen prominenter Persönlichkeiten scheinen bei der Fed ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen, die Zinsen zu senken.
Neben der bevorstehenden politischen Tagung lohnt es sich auch, das Jackson Hole Symposium Ende August im Auge zu behalten.
Fed-Vorsitzender Jerome Powell dürfte auf dem Symposium, ähnlich wie im vergangenen Jahr, eine Änderung des Risikomanagements ankündigen und möglicherweise einen Rahmen für die Bewertung der Arbeitslosigkeits- und Inflationsdynamik sowie die Berücksichtigung der Auswirkungen der Geldpolitik auf die Realwirtschaft schaffen. Dies könnte als „theoretische Grundlage“ für eine Zinssenkung im September dienen und einen Maßstab für die mittelfristige Umsetzung der Geldpolitik im nächsten Jahr bieten, möglicherweise durch Szenarioanalysen oder Datenschwellenwerte.
Seit der Ankündigung der US-Notenbank Federal Reserve am 17. März 2022, den Leitzins um 25 Basispunkte anzuheben, dauerte der laufende Zinserhöhungszyklus über zwei Jahre und nähert sich seinem Ende. Wir werden die weitere Entwicklung weiterhin genau beobachten.










